Die wilden 70er und coolen 80er
Im Laufe der Jahre wurde vom bayrischen Leberkäs auf Schweinshaxe umgestellt, da der frische Leberkäs nur eine kurze Haltbarkeit hatte und in den folgenden Jahren ein regelmäßiger Lufttransport nicht immer gewährleistet werden konnte. Schweinshaxe, Sauerkraut und Brezeln wurden, in der großen Küche des Fliegerhorstes zubereitet, ofenfrisch serviert. Auch wurde schon einmal ein ganzer Ochse gegrillt und von den Gästen vollständig vertilgt.
Zunächst war der Oldenburger Salvatorabend eine reine Herrenpartie. Noch 1982 sprachen sich in einer inoffiziellen Gästeumfrage während des Salvatorabends noch 100% der Teilnehmer für die Beibehaltung dieser Regelung aus. Doch mit der Öffnung der Offizierslaufbahn für Sanitätsoffiziere und damit einhergehend auch weiblichen Medizinerinnen im Sanitätsbereich des Fliegerhorstes war es mit dieser Tradition bald vorbei.
Zum Wohlergehen von Leib und Seele gehören
aber neben guter Stimmung und gutem Essen auch Sinnesgenüsse für Auge und Ohr. Und hier hat der Salvatorabend im Laufe seiner Geschichte manchen
Höhepunkt gesetzt. Insgesamt konnte der damalige Kommodore des Geschwaders, Oberst Heinz-Günter Kuring zum Salvatorabend 1970 eine erlesene Gästeschar im Offiziersheim begrüßen. Dazu gehörten u.a. General Uechtritz, General Wehnelt,General Ebeling,vier nicht mehr aktive Generäle, Eegierungsvizepräsident Korte und Oberbürgermeister Fleischer.
Musiker der Bundeswehrmusikkorps, die von Angehörigen der 2. Fliegenden Staffel gegründete „VIKING-Combo“, die Rheinmetall Simulation BigBand aus Bremen und zahlreiche hochkarätige lokale und internationale musikalische Gruppen haben immer auch für ein besonderes Musikerlebnis gesorgt. Und wäre da nicht der ehemalige Oldenburger Majestro Holzapfel ganz im Stile großer Meister und „im fliegenden Einsatz“ Oberbürgermeister Dieter Holzapfel gewesen, der bei der „Oldenburg Hymne“ den Takt angab, die Gäste hätten kaum den richtigen Einsatz gefunden. Da die Empore, auf die die Musiker später aus Platzgründen ausweichen mussten für einen Stardirigenten keinen Platz bot, ging der Kapellmeister auch schon einmal im wahrsten Sinne des Wortes unter die Decke.
Im Jahre 1976 durch Gerhard Tresbach und Paul Dieter Reck ins Leben gerufen, entfachten die Oldenburger Schrumpfgermanen bei ihrem ersten Auftritt wahre Begeisterungsstürme. Zu der Musik von Whistling‘ Jack Smith’s „Kaiser Bills Batman“ zeigte die von Angehörigen der Technischen Gruppe rekrutierte Bauchtanzgruppe eine unglaubliche Perfektion und avancierte zur Stammgruppe des Oldenburger Salvatorabends. Noch heute tritt diese Gruppe gelegentlich auf und hat seit ihrem Bestehen über 200.000,00 € für gemeinnützige und wohltätige Zwecke
eingespielt. Auch Entertainer aus nah und fern haben gelegentlich auch beim Salvatorabend für Nockerberg-Flair gesorgt, jedoch mit dem Unterschied, dass Anwesende von deren kritischen Bewertungen ausgenommen waren. Wie ich aus Zeitzeugenberichten vernehmen konnte, wäre der eine oder andere Gast gar nicht so enttäuscht gewesen, wenn er während einer Büttenrede auch einmal erwähnt
worden wäre. Neben den musikalischen Höhepunkten sollten aber auch die Augen nicht zu kurz kommen.
Und auch diese Geschichte sollte nicht unerwähnt bleiben, zeigt sie doch den Einfallsreichtum der Programmgestalter. Doch manchmal kommt es anders als man erwartet hat. Ein findiger Präsident der Offizierheimgesellschaft, nennen wir ihn Franky L., wollte seinen Kommodore mit einer besonderen Einlage überraschen und hatte aus dem Jaderberger-Zoo zwei ausgewachsene Löwen organisiert, die beim Empfangsdefilee jeweils mit einem Tierpfleger rechts und links von dem Hausherrn Oberst Dieter Krah platziert waren. Aus Angst ob der vielen Menschen und der ungewohnten Atmosphäre hatte eines der Tiere im Eingangsbereich sein „Geschäft“ hinterlassen. Bevor die „Tretmine“ beseitigt werden konnte, war bereits ein Gast in die Bescherung getreten und hatte dies erst nach einigen Schritten bemerkt. Obwohl diese schöne Überraschung schnell beseitigt wurde, schwebte der „Duft“ den ganzen Abend in den Räumen des Offizierskasinos.
Und um Mitternacht standen die Kraftfahrer vom Dienst (KvD) bereit, die Gäste wohlbehalten wieder nach Hause zu chauffieren. Nicht immer eine einfache Aufgabe, denn das Erinnerungsvermögen einiger Gäste ob der eigenen Adresse, hatte häufig verständlicherweise schon einmal Lücken aufzuweisen.
Legendär war das von Oberst Krah initiierte Katerfrühstück, da von der Planung her kein „Zapfenstreich“ festgelegt war. So blieben stets mehr als 30 Personen die ganze Nacht über im Saal,um gegen 0600 Uhr früh an einem Frühstück teilzunehmen. Das verlangte Stehvermögen und Ausdauer. Manch einer soll das rettende Ufer erst am nächsten Mittag erreicht haben. Es würde den Rahmen dieses Rückblicks sprengen, alle Höhepunkte des Oldenburger Salvatorabends
aufzuführen. In einer viel beachteten ironisch-launigen Büttenrede anlässlich des Salvatorabends 1986 fasste
OTL a.D. Mathias „Mattes“ Münter alias „Till Eulenspiegel“ seine Beobachtungen und Erfahrungen von 20 Jahren Oldenburger Salvatorabend unter dem Motto:
„Wir lassen uns nicht unterkriegen“ treffend zusammen. Die Zuhörer spendeten ihm stehende Ovationen.
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1970
Sitzordnung 1970Schnell stellte man fest, dass die gewohnte Kasinobestuhlung der stetig anwachsenden Nachfrage nicht genügen konnte. So wurde in den folgenden Jahren im Stile des Nockerbergs mit Bierzeltgarnituren aufgerüstet. |
1984
Ellbogengesellschaft 1984Die Gästeliste wuchs im Laufe der Jahre von anfänglich 300 auf über 400 Teilnehmer an, kein Problem, denn es gehört zum Charakter eines solchen Festes, enge Tuchfühlung zu seinem Nachbarn zu halten. "Linkshänder werden an einen separaten Tisch gesetzt" ulkte jemand, "damit man sich beim Essen nicht ins Gehege kommt". |
1984
Im fliegenden EinsatzUnd wäre da nicht der ehemalige Oldenburger Oberbürgermeister Dieter Holzapfel gewesen, der bei der "Oldenburg Hymne" den Takt angab, die Gäste hätten kaum den richtigen Einsatz gefunden. Da die Empore, auf die die Musiker später aus Platzgründen ausweichen mussten für einen Stardirigenten keinen Platz bot, ging der Kapellmeister auch schon einmal im wahrsten Sinne des Wortes unter die Decke. |
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1985
Besonderes EreignisEin besonderes Ereignis fand 1985 statt. Der Kommodore, Oberst Krah und Oberstadtdirektor Wandscher, begrüßten die beiden "Alten Adler", Dipl.Ing.Friedrich Jahn (95) und Wilhelm Hillmann (100), beide langjährige treue Gäste des Salvatorabends. |
1986
BüttenredeIn einer viel beachteten ironisch-launigen Büttenrede anläßlich des Salvatorabends 1986 fasste OTL a.D. Mathias "Mattes" Münter alias "Till Eulenspiegel" seine Beobachtungen und Erfahrungen von 20 Jahren Oldenburger Salvatorabend unter dem Motto: "Wir lassen uns nicht unterkriegen" treffend zusammen. |
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